Ausbildungsberuf Sexarbeiterin

| 11. Mai 2012 | 0 Comments

Organisationen von Sexarbeitern fordern dies schon lange. Zu viele Frauen steigen in die Branche der Sexarbeiter ein, ohne sich vorab zu informieren, ob sie sich auch für diesen Beruf eignen. Der Volksmund ist oft überzeugt davon, dass Frauen, die nichts anderes können, dann eben Prostituierte werden. Doch dieser Trugschluss kann fatal enden. Der Anspruch der Tätigkeit wird meist unterschätzt – auch von den ausübenden Damen selbst. Ach, was ist schon dabei: “Die Beine breit machen, kann doch jede”.

Die Beine breit machen, kann vielleicht jede – auch jede Ehefrau, die sich für die sog. Versorgungsehe entschieden hat.

Die Frage dabei ist jedoch: Wie gut geht es ihr damit? Ist sie glücklich damit? Und vor allem: Bleibt sie seelisch gesund dabei?

 

Oft lese ich, Frauen würden sich während des Aktes einfach wegbeamen, gedanklich woanders sein, und quasi für diese Zeit nur ihren Körper “vermieten” – btw: nicht verkaufen! Sie würden immer wieder in eine Rolle schlüpfen, die mit ihrem Ich nichts gemein hätte. Sie wären in dieser Zeit jemand anders.

Natürlich kann man keiner Frau vorschreiben, wie sie mit ihrer eigenen Intimität umgehen möchte. DOCH: Körper und Seele sind untrennbar miteinander verbunden! Und ich möchte an dieser Stelle dringend davon abraten, diesem Job nachzugehen, ohne dahinter zu stehen. Man muss sich deshalb noch lange nicht im Umfeld outen, doch mit sich selbst und seinen eigenen Wertevorstellungen und seinem eigenen Selbstbild, sollte man die Tätigkeit vereinbaren können.

Es braucht um einiges mehr, als nur zwei Beine, die zum Spreizen fähig sind:

  • Selbstwertgefühl (Fühlen Sie sich wertvoll?)
  • Selbstbewusstsein (Wer bin ich? Was möchte ich? Was macht mich aus?)
  • Reflektionsfähigkeit
  • die Fähigkeit sich artikulieren zu können und Grenzen zu setzen (auch sich selbst gegenüber)
  • die Fähigkeit unangenehme Situationen zu verarbeiten, nicht zu verdrängen
  • die Fähigkeit, mit Geld umzugehen
  • die Fähigkeit, mit Männern umzugehen
  • ein gesundes Männerbild (wenngleich sich dieses mit Ausübung der Tätigkeit verschieben kann)
  • die Fähigkeit, seinen eigenen Körper zu mögen, sich zu mögen (Selbstwertgefühl: Lieben Sie sich?)
  • eine positive Ausstrahlung
  • Ressourcen, um Kraft zu tanken (finanzielle, familiäre / freundschaftliche, etc.)
  • etc….

Im Übrigen sind finanzielle Probleme keine gesundheitsfördernde Motivation. Bei Verschuldung empfehle ich ihnen eine Schuldnerberatungsstelle (u.a. auch Caritas) aufzusuchen und für die weitere Einstiegsberatung stehen ihnen die Fachberatungsstellen für Sexarbeiter deutschlandweit gratis zur Verfügung. Nutzen Sie sie. Dafür sind sie da!

Augen zu und durch ist keine Einstellung, mit der sie an diesen schönen Beruf gehen sollten.

 

 

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Category: Allgemein

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